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sábado, 31 de octubre de 2026

Die beiden ältesten provenzalischen Grammatiken, Lo donatz proensals und Las rasos de trobar

Die beiden ältesten

provenzalischen Grammatiken

Lo donatz proensals und Las rasos de trobar

nebst einem

Provenzalisch-Italienischen Glossar

von neuem getreu nach den Hss. herausgegeben (= Mss.)

von

Edmund Stengel.

Die beiden ältesten  provenzalischen Grammatiken, Lo donatz proensals und Las rasos de trobar

Mit Abweichungen, Verbesserungen und Erläuterungen sowie einem

vollständigen Namen- und Wortverzeichniss.


Marburg.

N. G. Elwert'sche Verlagsbuchhandlung. (Elwert)

1878.


AlleRechte vorbehalten!


Die Verlagsbuchhandlung.


Seinen geehrten Collegen

den Professoren

Ernesto Monaci

und

Pio Rajna

in treuer Freundschaft und dankbarer Gesinnung

gewidmet vom

Herausgeber.


(N. E. Las cifras de los manuscritos son caracteres difíciles de escribir. No hagan caso y consulten el original para comparaciones. El texto en alemán del 1878 es algo diferente al actual)


Vorwort.

Die nachstehend von neuem abgedruckten Texte sind uns in folgenden Hss. überkommen:

A: MS. No. 187 (früher 226 und 183) fondo di Santa Maria del Fiore in der Laurenziana zu Florenz 13. Jh. 33 Pergamentblätter in 8°.

Die Seiten sind nicht gespalten. Blatt 1 bis 28 steht der Donatus Provincialis und zwar der provenzalische Text desselben mit lateinischer Interlinearversion. Die Schrift der letzteren ist bedeutend feiner als die des ersteren. Oft sind die Schriftzüge verblichen und schwer leserlich.

B: MS. No. 42 Plut. 41 derselben Laurenziana. Besteht aus drei im Anfang des 14. Jh. in Italien geschriebenen Abtheilungen mit zusammen 92 Pergamentblättern. Die erste enthält eine provenzalische Liedersammlung und Coblas esparsas (ß ßb im Arch. Bd. 49 und 50 nach meiner Abschrift aber ohne meine Mitwirkung abgedruckt), sowie den lat. Text des Donat, nebst den provenzalischen Verballisten und der zweiten Hälfte des Rimariums, ferner ein prov.it Glossar und die Rasos de trobar. Der Schreiber dieser Abtheilung und zugleich muthmasslich der Verfasser des Glossars nennt sich Blatt 83c: Petrus Berzoli de Eugubio. Wegen des Inhalts der zwei anderen Abtheilungen der Hs. verweise ich auf meine Beschreibung im Arch. 49 S. 53 ff.

C: MS. No. 2814 (alt 486) der Riccardiana zu Florenz. Besteht ebenfalls aus drei gegen Ende des 16. Jh. geschriebenen Theilen, die schon durch verschiednes Format kenntlich sind. Zusammen enthält die Hs. 172 Papierblätter in 4°. Ich will den Beschreibungen Grützmachers (Arch. 33, 427) und Bartschs (Jahrb. XI S. 11 ff.) einige weitere Notizen hinzufügen und bemerke, dass ich eine vollständige Copie der Hs. besitze.

Theil I reicht bis S. 166*** und besteht aus 5 Lagen von verschiedner Stärke, welche zusammen 88 Blätter enthalten. Die Seitenzählung widerspricht, weil 126 doppelt gesetzt ist, 3 ungezählte Blätter vorauf gehen und 3 ungezählte Seiten auf S. 166 folgen. Die Seite 166*** sowie die 3 Anfangsblätter sind von anderer Hand beschrieben;

diese hat auch in die Texte aller drei Theile der Hs. Verbesserungen

eingetragen, die ihr eine Collation mit dem Original ergab.

Von der Hand dieses Correctors, der, wie sich zeigen wird, mit dem einstigen Besitzer unserer Hs. mit Piero di Simon del Nero identisch

ist, rührt auch der Vermerk auf S. 166**** 'riueduto' her.

Der erste Schreiber hat augenscheinlich anfangs grosse Mühe gehabt, das Original zu entziffern, nach und nach wird seine Schrift aber flüssiger und kleiner.

Theil II reicht bis S. 251** und enthält 11 vierblättrige Lagen.

Es ist dabei zu berücksichtigen, dass S. 184 durch falsche Zählung fehlt, S. 167 ein ungezähltes Blatt vorausgeht und S. 251 ein solches folgt. Das letztere ist leer, auf der Vorderseite des ersteren steht links oben 'Conc-to 1589' d. h. doch wohl: geschrieben im Jahr 1589, rechts davon etwas tiefer steht '2 Jaques Tessier de Tarascon' d. h.

Heft 2 vom Schreiber Jaques Tessier (oder Teissier, Jacopo Teissier wie er sich auf derselben Seite nochmals und auf S. 251 schreibt) de Tarascon (S. 251 de Tharascone). Die Schriftzüge des Namens stimmen zu denen des zweiten und auch des ersten Theiles. Theil I und II gehören somit unmittelbar zusammen und Theil I ist das erste Heft von Jaques Tessier. Das dem so ist, bestätigt das alte Dichterverzeichniss des Originals von Theil I und II in Theil III. Zu der Inhaltsangabe der uns durch Tessiers Copie erhaltenen Liedersammlung, welche Grützmacher Arch. 33, 428 ff. gab, ist nachzutragen: Bl. 2a oben folgende, für den Zustand des Originals zur Zeit der Copie wichtige, ital. Notiz des Correctors:

'Questa canzone era quasi scancellata e così il principio de la seguente et si è copiata conietturando dall ombre e uestigi delle lettere però ci può esser qualche errore'. - S. 74: Eine Notiz darüber, dass die Biogr. Bernarts del Ventador bereits im Original fehlte: 'Per la vita di B. d. V. ui è lasciato lo spatio come qui'. - S. 166*** folgende Notiz:

“Era scritto ina'zi si al principio del originale nelle carte che si soglion lasciar bianche per conseruare i libri cosi imperfetto' und nachstehendes Fragment eines sonst nicht erhaltenen Planh einer Frau um ihren Geliebten (Bartsch G. 461,2):


I.


Ab [lo] cor trist enuironat desmay

Plorant mons uulls (1) e rompen los cabels (dels uels)

Sospirant fort lasse conget (2) pendray (las ieu comiat)

De fin amor & de totz sonz coussells (3) (sos consels)

Car ia nom platz aymar hom q 'l mo' sie

De arc nauant (4) ne portar bon voler (Doren avant)

Pus mort crusel ma tolt cel qeu uolie

Trop mais que me sens negun mal sauber (.)


II.

E per aiso fauc lo capteniment

Desesperatz e farai chascun iorn

Ab trist semblans & darai en tenen

A totz aicels que' vey anar entorn

Que' me nols (5) qual aver nul esperance

Ans podon be sercar en autre part

Dona qels am o qels don s'amistance

Car eu damor e de joi(e) me depart

(5: Hs. unterpunktirtes n und darüber u.)


III.

E si del mon po(l)gres pendre coiniat (6) (comiat)

Ab grat de deu axi' cu' fau damor

Totz mo's parens sequer …

Plandrie' pauc aitant vist ab dolor

E per aico prec la mort sans demore

Gengua de faitz … (7: Bemerkenswerth sind französischen Schreibungen dieses bisher ungedruckten Textes, welche auf einen franz. Schreiber der Vorlage deuten, so dass das Original Tessiers vormals mi Besitze eines Nordfranzosen gewesen sein mag.)


S. 167: Ein auch bei Bartsch G. 366, 31 übersehenes Gedicht Peirols.

Das Original selbst, welches der Sammler Bernart Amoros zusammenstellte, ist allerdings verloren, das erhaltene Dichterverzeichniss lässt aber deutlich erkennen, dass die beiden Hefte von Jaques Tessier nur etwa die ersten zwei Fünftel desselben wiedergeben. Nicht ersichtlich war aus dem Dichterverzeichniss, ob die 81 ersten Blätter des Originals vollständig von Tessier copiert seien. Bartsch hatte bereits angenommen, dass die Lieder einiger Dichter nur zum Theil abgeschrieben seien und angegeben, dass Jordan de Bonel wie Peire de Maenzac ganz ausgelassen seien. Von 37 dieser ausgelassenen

Lieder sind uns wenigstens Varianten erhalten, welche von dem Corrector unserer Hs. Piero di Simon del Nero in für ihm angefertigte Copien der Liedersammlungen c (= c.a in meinem Besitz) und F

(in der Hs. 2981 der Riccardiana = Fa Varianten zu No. 156 meines

Abdrucks der Blumenlese von F eingetragen worden sind.

Dass diese Varianten wirklich demselben Original entnommen sind wie die Copien Tessiers, wird nach folgender Darlegung nicht bestritten werden können. Heft 1 von Tessiers Copie beginnt mit der von Piero del Nero geschriebenen und mehrfach abgedruckten Vorbemerkung des Sammlers Bernart Amoros. Diese selbe Vorbemerkung findet sich nicht nur nochmals von anderer Hand im dritten Theil unserer Hs. Bl. 28b, sondern auch auf einem losen Blatte, welches zu der erwähnten Copie von c gehört und ihr gegenwärtig vorgebunden ist. Die Schriftzüge sind die Piero del Neros. Eine wichtige it. Notiz Pieros ist hier aber noch vorausgeschickt: 'Principio del libro di poeti provenzali, il cui originale è del Sr. Lione Strozzi.' Die Sammlung von Bernart Amoros befand sich also zu jener Zeit im Besitz Lione Strozzis und wird wohl von ihm aus Frankreich mit nach Italien gebracht worden sein. Mancherlei Nachforschungen über den Verbleib der Hs., welche ich in Folge dieser Notiz seiner Zeit in Florenz (c u. F oder Fa gehörten später Carlo Strozzi) anstellte, sind leider vergeblich geblieben. Aber die Varianten in c.a und Fa werden ausdrücklich als aus Bern. Amoros Sammlung geschöpft bezeichnet, indem von Pieros Hand die Notiz: Riscontra col libro del st Lione Strozzi (später meist nur: L. S.) beigefügt ist. Solche Varianten finden sich zu den auf Bl. 1b - 3b, 6a - 8a, 9b - 14a von c stehenden 19 Liedern Guirauts de Borneill, zu 2 Liedern Arnaut Daniels in c Bl. 37a 40a zu 8 Peire Vidals in c Bl. 60a 62a, 63a 65b 66b 69b 71b 74a, zu 2 Peire Raimons de Tolosa in c Bl. 76b 78a, zu 1 Peire Bremons in c Bl. 82b zu 5

Peires d'Alvernhe: c 86ab, 87b 88b, 89a und zu 1 Jordan Bonels in

F No. 156 (s. meinen Abdruck). Nur das Lied Peire Bremons gehört einer späteren Stelle des Originals als Tessiers Copien an (doch folgt Peire Bremon = Ricas Novas unmittelbar auf Raimon Jordan, mit dem das zweite Heft von Tessier schliesst. Keines der 38 Lieder befindet

sich in diesen Copien. Bartschs Annahme von der Unvollständigkeit

der Copien muss somit noch bedeutend erweitert werden. Das ergiebt sich auch aus einer Vergleichung der Lieder- und Blatt-Zahlen.

Erhalten sind uns 230 + 37 Lieder der ersten 81 Blätter. Die

Gesammtzahl der Lieder betrug 705, davon standen 73 Tenzonen auf den ungezählten Blättern, auf den Bll. 82 bis 174 d. h. auf 93 Blättern

müssten demnach 365 Lieder gestanden haben, wenn die Liederzahl

der ersten 81 Blätter nur 267 betragen hätte. Durchschnittlich enthielt von den 174 Bättern jedes 3,632 Lieder, danach würde jedes der ersten 81 Blätter aber nur je 3,296, jedes der letzten 93 Blätter dagegen je 3,924 enthalten haben müssen, ein Verhältniss, welches um so unwahrscheinlicher ist, als die 93 Blätter Sirventesen enthielten. Auf die Untersuchung Groebers über die Quellen Bernarts Amoros einzugehen ist hier nicht am Platze.

Theil III der Hs. zeigt eine selbständige Blattzählung und besteht aus 40 weitläufig (geschriebnen) geschriebenen Blättern. Die Schriftzüge scheinen dieselben zu sein, welche in einem Namens- Vermerk auf S. 166*** des ersten Theiles: Antonio Martellino vorliegen. Dies wird also der Name des Schreibers von Theil III unserer Hs. sein. Desselben

Schreibers Hand verdanken wir die bereits erwähnten Copien von c

und F (c.a und Fa). Vielleicht war der Schreiber ein Verwandter der ehemaligen florentiner Besitzer von F, des M. Marcello Adriani, der in einer Fa vorausgeschickten Notiz (Arch. 33, 425), und des M. Gio. Battista Adrian Marcellino, der in der älteren unvollständigen Copie von F, in No. 25 der Ambrosianischen Hs. D 465 inf. zu Mailand (Arch. 32, 423), genannt wird. Unseres Schreibers Name würde dann allerdings Antonio Marcellino lauten müssen, was indess wegen der Aehnlichkeit der Schriftzüge c und t keine Bedenken erregt. Da Antonio 1593 die Copie Fa anfertigte und in Theil I und II unserer Hs., welche 1589 geschrieben waren, seinen Namen eintrug, so wird er Theil III unserer Hs. ebenfalls etwa um 1594 copiert haben und zwar wie Fa im Auftrag von Piero di Simon del Nero (s. die Vorbemerkung desselben zu Fa Arch. 33, 425. Salviati bezeichnet Piero in seinen Avvertimenti della lingua, Venez. 1584 S. 106 als 'nobile e virtuoso giovane della mia patria' Piero heiratete 1585 Elena di Domenico Boresi. Seine reiche Hss.-Sammlung kam nach seinem Tode an Poggioli und später in die Palatina zu Florenz *).

(*) Ich verdanke diese Notizen durch Vermittlung meines Freundes Monaci dem Herrn Senator Taburrini. Ausser a, c.a und Fa scheint auch die Ambrosianische Hs. D 465 inf. in Pieros Besitz gewesen zu sein, da ich auch in Ergänzungen dieser Hs. Pieros Hand erkannt zu haben glaube. Piero besass unter anderen Hss. auch eine it. Liederhs. der Riccardiana sowie eine angeblich von Petrarca geschriebene Dante-Hs. s. Carducci Studj. Lett. p. 349 Anm.


Unser Theil III hatte ursprünglich einen (eignen) eigenen aber jetzt verlorenen Umschlag, auf welchem eine Textlücke der Rasos (s. unten S. 71, 34)

von Piero ergänzt war. Auch andere (Änderungen) Änderungen und Nachträge desselben finden sich hier, doch hat sonderbarer Weise weder er noch der Schreiber die falsche Blattlage des Originals bemerkt, (s. Abw. zu 10, 43.) Ausser dem prov. Text des Donat (dem aber die Verballisten und das Rimarium fehlen) und ausser den Rasos, welche auf den ersten 28 Blättern dieses Theiles von B stehen, enthalten die folgenden Blätter Copien der Vorbemerkung des Bernart Amoros und der

kürzeren Biographien, von welchen eine Anzahl in den ersten Theilen

der Hs. stehen, einige aber auch aus späteren, in diesen nicht copierten Stellen der Sammlung des Bernart Amoros entnommen sind.

Zum Schluss steht das mehrfach erwähnte Dichterverzeichniss dieser Sammlung *). (*) In Bartschs Abdruck desselben (Jahrb. 11, 13 ff.) haben sich einige Fehler eingeschlichen. Lies: 35 (st. 33) Peire Vidals; 44 Gaucelms (st. Gaucelins) Faiditz; (69 st. 65) G. de P. (schon Groeber in Boehmers Rom. St. II 505 hat hier einen Fehler vermuthet); 93 Naunerics = Naimerics (st. Haunerics) 162 (st. 161) Jaufre R.; 173 Giugo (st. Diugo); 152 Arnautz (st. Arnauts). Unter den Tenzonen: Raimon e Lantelm (st. Lautelm); Gaucelm Faidit e N Aimeric (st. N Aumeric), darauf folgt, ist aber im Druck ausgefallen: Guillem de bergadan e naumeric; Naugo (st. Haugo) e Bauzan; Nelias (st. Helias) e son cozin; Nebles (st. Nables) e. s. s.; Jaurel (vielleicht st. Taurel) e F. Unter den in A enthaltenen Biografien befindet sich auch eine Blacassets, was Bartsch Gr. p. 61 nicht angiebt.


D MS. D 465 inf. der Ambrosianischen Bibliothek zu Mailand, eine Sammelhandschrift, welche nach Mussafia, Del cod. Est. p. 341 aus der Bibliothek Pinelli stammt und wie ich oben erwähnte vielleicht auch Piero del Nero zugehörte. Der Inhalt der Hs. ist noch nicht hinreichend beschrieben. Grützmachers kurze Angaben Arch. 32, 424 ff. erheischen mehrfache Berichtigungen, so soll No. 29 der Hs. auf 2 Blättern prov. Phrasen mit it. Erklärung enthalten, in Wirklichkeit stehen daselbst aber 19 Coblen des Gedichtes von Guillem de Figueira Dun siruentes far (B. G. 217, 2), welches sich nur noch in BCR findet und nach BR in Bartschs Chrestomathie Sp. 197 und wohl nach C in R. Ch. IV 309 gedruckt ist. Unser Text scheint von denen der (andern) anderen Hss. unabhängig. Ich theile Cobla 1 und 2, welche ich mir seiner Zeit copiert habe, als Probe mit:

1) D'un siruentes far. 2) Nom merauill ges.

En es ço qe magensa. Roma si la gens erra.

Non uueill plus tardar. Qe segle haues mes.

Ni far long atendenza. En trabaill et en gerra.

E sai ses doptar. Don preç e merces.

Qan n'haurai maluolensa. Mor per uos e saferra.

Car fatz siruentes. Roma engairitz.

Dels fals mals apres. Qe totz mals seguitz.

De Roma de en cui es. Car es de cima e raitz.

Cap de la decadensa. Lo pro rei d'engleterra.

Qe dechai totz bes. Fo per uos traitz.


Die ersten Reimworte der 17 weiteren Coblen sind: trichaitz, pecs, sachatz, saben, saraçis, razon, decern, grantz, aon, conort, hauer, tenetz, lutz, cardenals, enics, labor, glorios. Ganz unerwähnt geblieben ist No. 31, deren Schlussvermerk lautet: (Lultimo) L'ultimo foglio dell' opera di Frà Ramondo di Cornet in lingua Catelana riueduto e glosato da Giouanni (Giovanni) di Castelnuovo (Castelnou, Castelnau). L'archetypo era in berg (d. h. bergamina) in f° magg. a colonne in mano di Pietro Galesio. Es liegt hier offenbar dasselbe Werk vor, welches sich in einer

Madrider Sammelhs. findet und nach Meyer (Rom. VI 342) sonst nicht erhalten ist. Vielleicht hat unsere Mailänder Hs. noch andere Stücke mit der Madrider Hs. gemeinsam. Ich habe leider keine Zeit gehabt, seiner Zeit den Inhalt von D eingehend zu prüfen. Wegen No. 25 verweise ich auf die Bemerkungen hinter meinem Abdruck von F (S. 65). No. 24 trägt die Überschrift: Il sugetto del libro delle rime provenzali del Barbiero.

Es ist ein Brief Lodovico's dei Barbieri vom 28. Juli 1581 aus Modena an Giacobo Corbinello in Paris geschrieben, offenbar derselbe Brief wie der von Mussafia (Die prov. Liederhss. des Giovanni Maria Barbieri, Wien 1874 S. 202) erwähnte, welcher allerdings den 18. Juli 1581 als Datum trägt. Ausserdem liegt wohl hier der Originalbrief vor (vgl. Mussafia, Del cod. Est. S. 341 Anm. 3). Barbieris bekanntes unvollendetes Werk, welches Tiraboschi mit dem Titel Dell' origine della poesia rimata 1790 veröffentlichte, sollte also eher libro delle rime provenzali betitelt werden.

Für die nachstehende Ausgabe der provenzalischen Grammatiken sind mehrere Nummern von Interesse. Den provenzalischen Text des Donat bietet No. 35. Die lat. Übersetzung fehlt hier gänzlich auch für die Verballisten, das Rimarium ist durch ein ganz verschiedenes Reimwörterbuch ersetzt. Ich verdanke der Freundlichkeit Pio Rajnas Abschrift des letzteren und Collation des übrigen Textes. Von der Hand Piero del Neros (s. B) rührt muthmasslich die dem Rimarium voraufgeschickte Notiz und der Anfang des Rimariums Z. 1-17 her (s. unten S. 105).

Die Nummern 27 und 36 enthalten zwei von einander unabhängige ital. Übersetzungen des Donat, die erstere scheint nach dem Text D angefertigt, da auch hier nur die Verballisten stehen, die letztere entbehrt auch diese. Mussafia, die prov. Hss. des G. M. Barbieri S. 206, spricht die Vermutung aus, dass eine dieser Übersetzungen von Barbieri herrühren könnte. Ich habe leider seiner Zeit verabsäumt, genauere Kenntniss von ihnen zu nehmen, da mir bei meinem kurzen Aufenthalt in Mailand der Gedanke an eine neue Ausgabe der Grammatiken noch fern lag. Von Interesse dürften noch die Nummern 26: Vocab. d. lingua prouenz. di Honorato Drago und 34: Reimfolgen bei Peire d'Aluerne, zusammengestellt von Veniero (nach Grützmacher) sein, ich habe indess keine nähere Kenntniss von denselben.

*CF = Hs. 80 Plut. 45 der Barberinischen Bibliothek zu Rom besteht aus 2 Theilen. Der erste von Bl. 3 bis 33 ist von Federico Ubaldini dem Herausgeber der Documenta amoris des Francesco da Barberino (Rom 1640) geschrieben, wie aus einem Autograph desselben auf Bl. 1 hervorgeht. Er enthält ausser kürzeren Citaten, Trobador-biographien und Kreuzlieder, welche bis auf eines einer verlorenen Schwesterhs. von R, auf die auch D hinweist, entnommen sind. Das Gedicht Sordels ist, scheint es, aus F (Fa) welches es allein noch bietet, copiert. Die Blätter 34-85 enthalten eine Copie des Donat und der Rasos de trobar, welche auf unserer Hs. B beruht. Ich verdanke Monacis Freundlichkeit eine Collation der Verballisten und des Rimariums dieser Copie.

F = Hs. der florentiner Marucelliana Trib. 2 Scaf. B Vol. 17. Ebenfalls eine Copie des Textes 33 von Donat und Rasos s. Arch. 33, 412 und 368.

O = Hs. 7534 fonds latin der Pariser Nationalbibliothek. Ebenfalls eine Copie desselben Textes von Donat und Rasos s. Romania II 338 Anm.

B = eine Hs. der Nationalbibliothek zu Madrid, welche erst im vergangnen Jahr aufgefunden und von Milá y Fontanals in der Revista de Archivos, Bibliotecas y Museos beschrieben worden ist.

Es ist eine im 18. Jh. angefertigte Copie einer verschollnen Hs., welche

Jaime de Villanueva in einer Klosterbibliothek Barcelonas sah. Sie enthält unter anderen interessanten Tractaten (s. Rom. VI 341 ff.) auch die Rasos. Dieser Text ist von Meyer in der Romania VI 344 ff. soeben herausgegeben worden.

3: eine jetzt verschollne aber von Rochegude in seinem Gloss. Occ. (s. seine Préface S. 49. 50) benutzte Hs., wohl eine Copie unserer Hs. U. Rochegudes Angaben darüber sind allerdings unklar. Er sagt bei der Beschreibung von O: Ce Manuscrit (O) et le suivant (3?) sont deux copies, dont les originaux existent dans la bibliothèque Laurentiane de Florence, pluteo 41 no. 34 (für diese falsche Bezeichnung verweist er auf Montfaucon, Bibl. bibliothecarum p. 323 col. 2 B) 3 beschreibt er folgendermassen: 'Un glossaire lat. et prov., in - 4° (O ist nach Rochegude petit in - folio), sur papier, écriture du seizième siècle, imparfait au commencement. Nous l'avons fondu dans le nôtre.'
Wiewohl diese Worte eher auf das unvollständige Rimarium in O als auf eine Copie des vollständigen Rimariums in U passen, scheint mir dennoch nach genauer Vergleichung der Formen und Übersetzungen in Rochegudes Glossaire mit dem Rimarium des Donat Rochegudes Benutzung des vollständigen Rimariums der Hs. U, die zu seiner Zeit bereits der Laurenziana angehörte, unleugbar. Man vergleiche Rochegude für nachstehende Reimworte: 40(1) 17, 19, 28, 32; 40(2), 3, 9, 14, 17; 41(1), 9, 12, 28; 41(2), 45; 42(1), 19; 42(2), 45; 43(1), 1, 29, 32; 43(2), 14; 44(1), 44; 44(2), 36; 45(1), 35; 46(2), 3, 6; 47(1), 18, 32; 49(1), 31; 50(2), 41; 58(2), 35; 63(2), 26; 65(1), 1. Dass Rochegude eine Copie von U vorgelegen hat, wird durch Guessards Angabe (Gr. pr. 2 ed. Préf. LXIII) noch wahrscheinlicher, wonach sich Copien von U wie B unter Sainte Palayes Papieren befanden, welche allerdings nicht direkt den Originalen entnommen, sondern von Abschriften, welche sich ein Herr de Mazaugues verschafft hatte, copiert waren. Diese Copien und Abschriften sind, scheint es, verloren gegangen. Vielleicht geben indess die angekündigten Provençalistes du XVIIIe siècle, lettres inédites de Sainte-Palaye Mazaugues etc. herausgegeben von J. Bauquier darüber Aufschluss.

In wie ausser der Provenze scheinen die Rasos schnell zu grossem

Ansehen gelangt zu sein, während der Donat nur in Italien Verbreitung gefunden zu haben scheint. Meyer hat (Rom. VI, 353) hinter dem Texte H der Rasos eine kurze Doctrina de compendre dictats veröffentlicht, welche sich als Fortsetzung der Rasos ausgiebt, aber sehr unvortheilhaft davon absticht. Meyer ist der durchaus zu billigenden Ansicht, dass die Doctrina jedenfalls nur als Auszug einer Arbeit Raimon Vidals anzusehen wäre, wenn nicht überhaupt gegen dessen Autorschaft an derselben mancherlei Bedenken geltend gemacht werden müssten, denen freilich andere Gründe für die Zugehörigkeit der Doctrina zu den Rasos gegenüber ständen. Weitere catalanische Abhandlungen, welche auf Raimons Rasos beruhen, sind in unserer Hs. H enthalten und werden von Meyer demnächst veröflentlicht werden. Ich verweise indess auf Rom. VI 341 ff. und F. Wolf's Studien z. sp. Nat. Lit. S. 237 ff. Die älteste Erwähnung der Rasos findet sich in den Leys d'Amors T. II p. 402.
Diez I34 91 vermuthet von Seiten der Leys auch eine Bekanntschaft mit dem Donat, welche mir indess nicht nachweisbar erscheint. Es wäre interessant, liegt mir aber gegenwärtig fern, eingehend zu untersuchen, wie weit die Leys sich Raimon anschliessen und in welchen Fällen sie ihm widersprechen. So billigen sie die von Raimon geforderte Scheidung der

1 s. prt.: parti sufri, trahi, noyri, vi u. s. w. von der 3 s. prt. partic

u. s. w. (II, 376), vertheidigen aber gegen Raimon den Gebrauch von

tenir, retenir neben tener, retener (II, 402) und den von cre für crei

(II, 370). An einer andern Stelle erklären sie liau (für leals) als 'mots gasconils' und wollen nur vila, chanso zulassen, fin neben fi nur ausserhalb des Reims besonders vor Vocalen (II, 208).

In Italien waren Donat und Rasos ziemlich gleich verbreitet, etwas mehr wohl der Donat. Die Hs. U, welche den Donat allein bietet, ist älter, als B, welche zugleich auch die Rasos enthält, die Hs. D kennt nicht nur den prov. Text des Donat, sondern auch zwei ital. Übersetzungen desselben, deren eine, wie oben erwähnt, von G. M. Barbieri herrühren könnte. Dieser ist auch, so viel mir bekannt, der erste Italiener, welcher die Rasos erwähnt (Origine della poes. rim. p. 28). Nach ihm wird von den Italienern fast ausschliesslich der Donat erwähnt, so von Federigo Ubaldini in der Tavola zu seiner Ausgabe der Documenta amoris Rom. 1640, nach Guessard bei den Worten: accolto, atiera, bigordare, gautata, moscare, ostare, trovare etc. Wir sahen oben, dass der erste Theil unserer Hs. CF von Ubaldini herrührt. Auch Francesco Redi Bacco in Toscana Napoli 1687 Bl. 111, 194, 252, 253, 254, 256 und 262 bezieht sich nach Guessard auf den Donat, ebenso Anton Maria Salvini in seinen Prose Toscane les. 224 car. 312 und Crescimbeni Istoria della volg. poesia Roma 1710 vol. II parte I p. 28, 75. Antonio Bastero war der erste, welcher in seiner Crusca provenzale Roma 1724 aus Donat wie Rasos Proben mittheilte. Ihm waren die Hss. U und B bekannt. U befand sich damals noch in Santa Maria del Fiore. Die Autorschaft Uc Faidits ist ihm unbekannt (s. Crusca p. 2), wiewohl er S. 110 den lat. Schlusspassus der Hs. U mittheilt. Ebenso sagt er vom Donat:

'Questa grammatica credo, che sia la prima, che sia stata fatta tra le

lingue volgari'. S. 139. 140 giebt Bastero bereits die wichtige Regel des

Donat über den Unterschied der Casus im Provenzalischen, deren Auffindung später mit Unrecht Raynouard zugeschrieben wurde (s. unten

2, 46 bis 3, 23 und Schlegel Observations sur la littérature prov. Note 16 in seinen Essais littéraires Bonn 1842 S. 297). Von Bastero rührt auch der sowohl von Diez, Poesie der Tr. S. 314 wie von Guessard (erste Ausgabe) und Galvani (adoptirte) adoptierte Titel des Schriftchens von

Raimon Vidal her: La dreita Maniera de trobar. Er ist dem Eingang entnommen. Später geschieht unserer Texte und zwar der Hs. B im Catalogus codd. Mss. Bibl. Mediceae Laurentianae ed. Bandini, Florentiae 1778 in fol. Band V p. 166 Erwähnung. Tiraboschi identifieirt in der Ausgabe von Barbieris Origine della poesia rimata 1790 S. 170 bereits den Verfasser der Rasos mit dem Novellendichter.

Sainte Palaye, der eigentliche Begründer provenzalischer und altfranz.

Studien, war der erste Franzose, welcher unsere Texte beachtete.

Er hatte sich in der 2. Hälfte des 18. Jh. Copien der Hss. U und B

verschafft (s. Beschreibung der Hs. 3), hat dieselben aber, scheint es, für sein handschriftlich gebliebenes Glossaire de la langue des Troubadours nicht verwertet, dafür vielmehr nur O benutzt. Nur kurz bespricht auch Raynouard im Jahr 1817 (Choix II S. CL ff.) unsere Abhandlungen, citiert aber bereits ausser UBO die Hss. CD und aus letzterer den Eingangspassus (s. unten S. 130) auf Grund dessen nach Guessards bis jetzt allgemein gebilligter Ansicht Uc Faidit als Verf. des Donat anzusehen wäre (Vgl. dagegen unten S. 130). Raynouard hebt hervor, dass beide Werke, 'indiquent la règle qui distingue les sujets et les régimes soit au singulier, soit au pluriel' und erkennt auch bereits die Wichtigkeit des Reimlexicons: 'Ce qui rend le Donatus Provincialis un monument très précieux et très utile, c'est qu'il y est joint un dictionnaire de rimes pour la poesie romane; non seulement il indique un très-grand nombre de mots romans, mais encore il présente, dans la plupart des rimes, differentes inflexions des verbes, et toutes les terminaisons qui fournissent les rimes sont distinguées en brèves, 'estreit' et en longues 'larg'. Gleichwohl beruft sich Raynouard weder in seiner Grammaire noch in seinem Lexique Roman auf den Donat oder auf die Rasos. Wie schon bemerkt, hat auch Schlegel in seinen Observations und Diez Poesie der Tr. S. 314 auf dieselben hingewiesen. Guessard war es, welcher 1840 unter dem Titel: Grammaires Romanes inédites, du treizième siècle im ersten Band der Bibl. de l'École des Chartes S. 125 ff. die erste Ausgabe unserer Texte besorgte. Er druckte indess damals die Verballisten und das Rimarium des Donat nicht mit ab (s. S. 146). Sein prov. Text des Donat reproducirt sonst ziemlich genau den der Hs. U, abgesehen von geringfügigen orthographischen Änderungen und manchen, besonders in

den Beispielsammlungen zahlreichen, Lesefehlern und Auslassungen,

welche sich aus meiner Zusammenstellung S. 92 ff. ergeben. Der lat.

Text des Donat, welchen Guessard auf den unteren Seitenhälften mittheilte, ist der der Hs. B, welchem auch der Text der Rasos ziemlich

genau entspricht. Die Texte der Hss. C D und natürlich auch der der Hs. H waren dem Herausgeber nicht zur Hand. In den ziemlich ausgedehnten Vorbemerkungen bespricht er den schädlichen Einfluss, welchen, wie schon aus dem Titel ersichtlich ist, auf den Donat sein lat. Vorbild ausgeübt hat und giebt eine Analyse der Declinationsregeln beider Grammatiker. Er hebt dabei S. 135 den seiner Ansicht nach nur scheinbaren Unterschied zwischen Donat und Rasos betreffs des

Nominativs der Substantiva und Comparativa in -aire, -eire, -ire,

hervor: 'Le premier dit formellement que le s ne s'attache pas à ces noms, au nominatif singulier; le second n'en dit rien, et les exemples

qu'il cite sont tous écrits avec l's final. Mais ce n'est là probablement

que le résultat d'une erreur de copiste, à en juger par les manuscrits

des troubadours, où les noms ainsi terminés sont généralement écrits

sans s final'. Gegen diese auch in der zweiten Ausgabe aufrecht erhaltene Ansicht ist jedoch zu bemerken, dass die sämmtlichen Hss. der Rasos dieses s aufweisen, für den Donat aber B wie U das s weglassen.

Auch wiederholt sich dieselbe Erscheinung bei den Pronominibus und

hier gesteht Guessard sogar zu, dass wenigstens die Formen 'cels, aicels, aquels' der Rasos in den Hss. gewöhnlicher sind als die Formen des Donat: 'cel, aicel, aquel'. Hieran schliesst sich bei Guessard eine veraltete Discussion über den Werth oder Unwerth der Declinationsregeln und eine sehr kurze und mangelhafte Analyse der späteren Abschnitte des Donat. Es folgt dann eine im ganzen richtige Würdigung der Rasos, die durch die Lebendigkeit des Stils, durch die überraschende Schärfe und Selbständigkeit des Urtheils, durch die treffende Anwendung allgemeiner Grundsätze auf specielle Fälle, durchaus vortheilhaft von dem schwerfälligen und ganz dem lat. Vorbilde nachgebildeten Donat abstechen. Es folgt die Beschreibung der von Guessard benutzten Hss. U B, wobei jedoch irrthümlich die Jahreszahl 1310 am Schluss der Hs. B als für die Abfassung der ganzen Hs. giltig angesehen wird, während die letzten Blätter ursprünglich der Hs. gar nicht angehörten. Das Alter der beiden Werke setzt Guessard in das 13. Jh. und vermuthet, dass der Verfasser der Rasos mit dem Dichter Raymond Vidal de Besaudun identisch sein könnte. Dass diese schon früher geäusserte Vermuthung richtig sei, ergeben die schon erwähnte Stelle der 1841 veröffentlichten Leys d'Amors, auf welche zuerst Diez R. G. I2 106 aufmerksam machte,

sowie die Zeugnisse von Santillana und Villena, (s. darüber Wolf, Studien 237. 238). Guessard spricht ferner die Ansicht aus, dass der lat. Text des Donat eine Übersetzung des provenzalischen sei, welche vielleicht von Uc Faidit selbst herrühre. Er beruft sich für den ersten Theil seiner Ansicht auf die Unvollständigkeit der Hs. B, welche nur den lat. Text bietet und die zahlreichen prov. Beispiele zumeist durch 'sic' oder gar durch das entsprechende lat. Wort ersetzt. Schliesslich erwähnt Guessard, dass ihm die pariser Copie von B, unser O, hier und da von Nutzen gewesen, dass er aber mehrere Italianismen und Latinismen der Orthographie dadurch nicht habe beseitigen können; Raynouards System die Affixe zu trennen habe er nach dem Vorgange Fauriels in der Ausgabe der Chronique des Albigeois aufgegeben. Drei Jahre nach Erscheinen der Editio princeps veröffentlichte Galvani im 15ten Band der Memorie di Rel. Mor. e Lett. von Modena den Tractat Raimons nach der Hs. B, ohne jedoch von Guessards Ausgabe zu wissen. Im Gegensatz zu Guessard ging er mit der handschriftlichen Überlieferung sehr willkürlich um und stutzte sie nach seinem Gutdünken zurecht. Unter einer Menge höchst abenteuerlicher Änderungen finden sich indess auch manche glückliche und zwar selbst solche, welche durch die neu aufgefundene Hs. H bestätigt werden. Trotzdem Guessard im Avertissement zu seiner zweiten Ausgabe später gegen Galvani den gänzlich unbegründeten Vorwurf des Plagiates erhob (s. S. 132), hat er doch, wie meine Zusammenstellung der Abweichungen ergiebt, nicht verabscheut eine

Anzahl Lesarten Galvanis dieser seiner zweiten Ausgabe einzuverleiben.

Nach Guessards Ausgabe sind Donat wie Rasos in Diez Rom. Grammatik 2. Auflage gebührend verwerthet worden. Diez setzt die Rasos aus inneren Gründen der Manier in die Mitte des 13. Jh (I3. S. 106), ferner meint er mit Bezug auf Raynouards Angaben irrthümlich (I. S. 459 ff.) die Ausdrücke des Donat 'larg, estreit' (für welche die Leys d'Amors 'vocals plenisonans und semisonans' anwenden), seien Bezeichnungen für prosodische Länge und Kürze, sie seien nicht im Sinne des ital. 'largo' und 'stretto' gebraucht. 1857 erschien eine Programmabhandlung von Wildermuth: Über die drei ältesten süd- und nordfranzösischen Grammatiken (d. h. Donat, Rasos und Palsgrave's Esclarcissement), Tübingen 1857, welche ich durch gütige Vermittlung meines Verlegers einsehen konnte. Dass darin über Donat wie Rasos Gesagte ist jedoch veraltet, zumal 1858 Guessard eine zweite Ausgabe unter dem Titel: Grammaires prov. de Hugues Faidit et de Raymond Vidal de Besaudun. Deuxième édition, revue, corrigée et considérablement augmentée
(Paris A. Franck 1858 8° LXIV und 86 SS.) veröffentlichte. Guessard hat für diese Ausgabe die damals bekannten Hss. U B C D O neu verglichen, und die bisher ungedruckten Verballisten sowie das Rimarium publiciert.

Die Préface ist im wesentlichen dieselbe geblieben wie in der ersten

Ausgabe, nur die Beschreibung der Hss. ist vervollständigt und ein kurzes Avertissement vorausgeschickt. Guessard sucht in dieser Ausgabe die Priorität der provenzalischen Version des Donat vor der lateinischen aus der Textüberlieferung der Hs. U zu erweisen und hält die lat. Version für das Werk eines späteren Übersetzers, von welchem eine Randnote (S. 18, 15, 16) herrühre. Er hätte sich hierfür auch auf die in seinem Druck allerdings fehlenden Worte (s. unten S. 35, 17) 'sermo meus' berufen können. Doch scheint die frühere Vermuthung Guessards, wonach die lat. Übersetzung vom Verfasser der prov. Version selbst herrührt, weit wahrscheinlicher, wenn man bedenkt, wie abhängig derselbe in seinem Stil vom Latein war, dass für die zahlreichen prov. Beispiele die lat. Übersetzung auch in C überliefert ist, und auch deutliche Spuren einer vollständigen lat. Version in C erhalten sind, so 38, 44, 45, dass also die lat. Version sicher bereits in dem für uns erreichbaren Originale stand. Guessard spricht sich S. LXII nicht grade sehr bescheiden über diese seine neue Ausgabe aus: 'Le texte que j'ai tiré de ces cinq manuscrits, à moins qu'on en découvre quelque autre plus correct, pourra, je l'espère, être considéré comme définitif.'
Seine Hoffnung ist nicht in Erfüllung gegangen, denn auch ohne Einsicht

der Hss. konnte man das von ihm befolgte Verfahren nur missbilligen.

Guessard verfuhr nämlich bei dem Donat offenbar folgendermassen

(vgl. Avert. S. VIII): Er collationirte mit seiner ersten Ausgabe zunächst D dann C und zuletzt UB. Eine grosse Anzahl besonders orthographischer Abweichungen der Hs. D verdrängt deshalb in der neuen Ausgabe frühere (nur selten falsche) Lesarten. Wo der Text C dem Herausgeber das richtige zu bieten schien, setzte er denselben gleichfalls an Stelle des früheren, welcher einfach beseitigt wurde. Andere ihm gewichtig erscheinende Abweichungen des Textes C theilte er unter dem Text mit, aber auch nicht getreu der Überlieferung gemäss, sondern bald orthographisch, bald materiell zurechtgestutzt. Ein analoges Verfahren beobachtete er bei den Rasos, welchen er jetzt diesen von C gebotnen Titel zuerkannte. Meine Collation der Hss. hat ausserdem mancherlei nicht immer geringfügige Ungenauigkeiten der neuen Ausgabe ergeben. Hieraus ersieht man, dass der Guessardsche Text für nichts weniger als définitif gelten kann. Eine Rehabilitirung der handschriftlichen Überlieferung erschien durchaus geboten, besonders für die wichtigen Wortverzeichnisse, deren Überlieferung vielfach verderbt ist, und an denen Guessard, wie er selbst angiebt, uncontrollirbare Änderungen vorgenommen hatte (Avert. IX): 'Je ne me flatte pas encore de l'avoir rétabli à la complète satisfaction du lecteur; mais à quelques taches près, que je n'ai su faire disparaître, il ne me semble plus indigne d'être publié'.

Eine Anzahl Conjecturen zu Guessards Text, namentlich zu den Verballisten und Rimarium, veröffentlichten seitdem Diez, Galvani, G. Paris, A. Tobler, P. Meyer, Chabaneau und soeben Bauquier, und während Guessard den Wortverzeichnissen noch lediglich lexicalischen Werth zuschrieb, ist seitdem die Wichtigkeit des Rimariums auch für die provenz. Lautlehre erkannt worden. Der erste, welcher die Raynouardsche Erklärung von 'larg' und 'estreit' wenigstens theilweise aufgab, war Milá y Fontanals. In 'De los trovadores en España S. 461 sagt er betreffs der Verschiedenheit von e, o larg und estreit: 'Debe ser la diferencia entre abierta y cerrada'. Zu demselben Resultate kam Meyer in seinem Artikel über das prov. o (s. unten S. 122. Erläuterungen zu 53(2), 13 ff".). Noch deutlicher sprach sich über die Bedeutung dieser Worte Chabaneau in seiner vortrefflichen Grammaire Limousine (Revue des langues rom. II, 182) aus: 'Par ces expressions, on a voulu distinguer, non la durée du son, mais son intensité et son degré de pureté. Les sons larges étaient les sons ouverts, pleins, sans indécision; les sons étroits étaient les sons fermés, sourds, sans netteté sujets à s'altérer au moindre accident'. Diez Rom. Gr. I3 494 schwankt noch zwischen Raynouards Ansicht und der von Milá und Meyer vertretenen.

Wegen der Muthmassungen Galvanis betreffs der Personen, in deren Auftrag der Donat verfasst wurde, s. S. 130, 131. Dass der Donat in Italien und für Italiener geschrieben wurde, scheint mir ausgemacht, ebenso wird man, seiner Sprache nach zu urtheilen, annehmen dürfen, dass er älter als die Rasos ist, also möglicherweise noch dem 12. Jh. angehört.

Der Anfang des provenzalischen Textes des Donat findet sich nach

Guessards Ausgabe sowohl in Bartschs Chrestomathie 191 ff. wie in Meyers Recueil 149 ff. Meyer giebt dazu in den Anmerkungen Parallelstellen aus Donati Ars minor, aus Priscian und den Leys d'Amors.

Für den noch sehr der Besserung bedürftigen Text der Rasos ist der so eben erfolgte Abdruck von H von gro.sser Wichtigkeit. Eine ital. Übersetzung der Rasos, welche freilich sehr unzuverlässig ist, hat Galvani veröffentlicht (s. unten S. 132). Verfasst sind die Rasos nach Meyer Rom. II, 348 'selon toute apparence pour les beaux esprits de la cour de Pierre II d'Aragon', d. h. im Beginn des 13. Jh. Der Verfall der alt-provenz. Declination, welchen Raimon in der Umgangssprache seiner Zeit constatirt, die Anfügung eines etymologisch unberechtigten s an Nominativformen, worin die Hss. der Rasos übereinstimmen, sprechen allerdings eher für eine etwas spätere Abfassung. Was die 22 Liedercitate anlangt, welche sich bei Raimon Vidal finden (s. das Verz. S. 144), so hält Groeber in Boehmers Rom. Studien II S. 647 für wahrscheinlich, dass sie aus der einen von ihm für B und A angesetzten Quelle R geflossen seien. Der freilich nicht vollständige Variantenapparat, welchen ich in den Abweichungen zu den Citaten zusammengestellt habe, bietet

allerdings mehrere Fälle einer Übereinstimmung der Rasos (ß3) mit

ßa so: 75, 31 (aber auch noch ***); 75, 39 (aber auch U); 85, 1

(aber auch wenigstens noch U c). Auch 77, 33 stimmt B allein (wie ***), 87, 1 (wie R) und 83, 11 zu ß3, während A wie die andern Hss liest.

86, 41 stimmt B allein zur Lesart unserer Hs. B, während A zu R tritt und unser B mit der Mehrzahl der Hss. geht. Aehnlich verhält es sich bei 86, 46, wo unser B mit ***, während A mit * stimmt und unsere Hss. ** an ** anklingen. Die Cobla, welcher das Citat 83, 15 entnommen, fehlt dagegen in Ba wie in **** und es stimmen zu **** (fast auch O und *). Das Citat 83, 22 und auch das voraufgehende desselben Gedichtes (70, 7), welches in B fehlt, stimmt genau nur zu M, freilich weicht die folgende Zeile ebenso bestimmt wieder davon ab. Man beachte aber für diese Zeile die etwas nähere Berührung unserer Hs. H mit M. Dieselbe Berührung wiederholt sich 84, 14. Auch 87, 35, welches Citat allerdings nur in der Hs. B steht, stimmt nur mit M gegen *****. Bedenklich ist

besonders die Übereinstimmung von ß3 mit A im Citat 84, 21,

während sich B zu ** stellt. Nach dieser Darlegung erscheint die Annahme wahrscheinlicher, dass Raimon seine Citate mehreren Liedersammlungen entnommen habe, deren eine mit denen der Hss. Ba in naher Textverwandtschaft stand. Wichtiger als dies ist die Beobachtung, dass die Schreiber der Vorlagen unserer Hss. sich in einigen Fällen erlaubt haben, ihnen geläufigere Lesarten der Citate einzusetzen, das that 86, 41 der Schreiber der Vorlage von B; 83, 22 und 84, 14 der der Vorlage von H und vielleicht 86, 46 die Schreiber der Vorlage von BH. Dieser letzte Fall ist auch deshalb hervorzuheben, weil er für Verwandtschaft von B und H spricht. Diese Verwandtschaft lässt sich auch noch aus anderen gemeinsamen Fehlern erkennen, so 68, 16; 70, 35; 71, 29; 85, 1. Meine S. 132 ausgesprochne Ansicht von der gegenseitigen Unabhängigkeit der Hss. *** hätte daher genauer formulirt werden sollen. Lesarten, welche den Hss. ** gemeinsam sind, dagegen von * abweichen, haben noch keinen unbedingten Anspruch auf Richtigkeit, wenn sie auch im Allgemeinen den Vorzug vor entgegenstehenden Lesarten von * verdienen *)
(N. E. Se omiten los pies de página.)

In ähnlicher Weise gruppiren sich für den Donat die Hss. ***

zusammen, ihnen gegenüber steht mit oft stark veränderten Lesarten *.

Die Hs. D ist, wie die Verballisten zeigen, wieder am nächsten mit U verwandt, ohne gleichwohl aus ihr geflossen zu sein. Jede der Hss. bietet natürlich eigene und zum Theil recht schlimme Fehler, am verwahrlosesten ist aber der Text von *C, dessen ital. Schreiber seine Vorlage offenbar wenig oder gar nicht verstand. Auch der Corrector Piero del Nero scheint nicht viel tiefergehende Kenntnisse der prov. Sprache besessen zu haben.

Als ich im Jahre 1872 in Folge meiner Beschäftigung mit der Liederhandschrift ß (unser B) eine Revision der Guessardschen Ausgabe über die florentiner Hss. unternahm, lag mir der Gedanke, die Grammatiken von neuem zu publiciren, fern. Die Wichtigkeit der

Wortverzeichnisse liess mir aber die Mühe einer genauen Nachprüfung

nicht unnütz erscheinen, zumal ich bald merkte, dass hier mancherlei

interessante Berichtigungen zu machen waren. Am besten wäre es

gewesen, ich hätte mir sogleich vollständige Copien nach den Handschriften angefertigt. Bei der mir karg zugemessenen Zeit beschränkte ich mich indess auf blosse Collationen und verglich ausserdem nur für die Wortlisten auch den lat. Text der Hs. U, ebensowenig kam ich zu einer Gollation des lat. Textes der Hs. B.
Als ich später auf der Rückkehr von meiner 'Romvart' wenige Tage in Mailand zubrachte, konnte ich auch die Hs. D nur flüchtig einsehen.
Zwar hatte ich unter den von mir für die Rivista di filologia romanza bestimmten Arbeiten bereits auch eine über die beiden prov. Grammatiken angekündigt, die Ausführung derselben verzögerte sich indess, zumal ich mittlerweile zu der auch von Tobler und Meyer später ausgesprochnen Ansicht gekommen war, dass die Guessardsche Ausgabe

durch eine ganz neue zu ersetzen sei, welche vor allem die handschriftliche Überlieferung klar stellte. Im Frühjahr 1876 wurde mir

durch die gütige Vermittlung des preussischen Cultusministeriums unsere

Hs. * auf einige Wochen zugestellt. Nun glaubte ich nicht länger zögern zu dürfen, und da eine leihweise Überlassung der übrigen Hss. nicht zu erwirken war, beschloss ich, so gut es mit meiner Collation von Guessards Druck anging, den Text U des Donat und den Text B der Rasos zu reconstruiren, den Text C aber in gegenüberstehender Spalte unmittelbar nach dem Original zu veröffenthchen. Die lat. Version des Donat habe ich nicht wieder abdrucken lassen, weil sie nur von geringfügigem Interesse ist, und der Paralleltext C sie auch nicht bietet; die Übersetzung zu den Beispielen und Wortlisten hingegen durfte um so weniger unterdrückt werden, als sie meist auch in * vorhanden ist.
Lat. Lesarten, welche in der ersten Guess. Ausg. fehlen, aber in der zweiten stehen, sind eingeklammert, sie sind von G. zumeist aus * entlehnt. Für die Wortlisten, welche in * fehlen, erschien mir ein Doppeltext unpractisch und habe ich deshalb die Lesarten von ** derart combinirt, dass bei Übereinstimmung beider Hss. die gemeinsame Lesart ohne jegliche weitere Bezeichnung blieb, bei Abweichungen aber die Lesart * stets vorangestellt wurde. Sobald ein Wort nur in einer Hs. vorkommt, ist das Siegel derselben dem prov. Texte angefügt, ebenso der Übersetzung, sobald sie oder ein Theil derselben nur in einer Hs. überliefert ist. Provenzalischer Grundtext und die lat. Übersetzung sind durch dazwischen gesetztes .i. (= id est s. * 21, 11) geschieden.
Ich habe diesen Gebrauch, welcher sich nur in ** findet, auch auf U übertragen. Die Interpunction Guessards habe ich vereinfacht, die handschriftlichen u und i für V und J wiederhergestellt; leider habe ich kein rechtes Prinzip bei Anwendung von Inklination oder Elision befolgt. Ich bin jetzt der Meinung, dass Inklination hier wenigstens nur statthaft ist, wo Elision unmöglich ist (Vgl. Mussafia Cat. Vers. der 7 w. M. § 78).

Ich stütze mich dabei auf die verschiedne Behandlung der Praep. en vor dem elidirten und inklinirten Artikel (en l', el s. Wortverz.)

Der Abdruck von * sowohl des Donat wie der Rasos ist eine durchaus getreue Wiedergabe der Hs. mit allen ihren Fehlern. Die Abkürzungen der Hs. sind aus typographischen Rücksichten durch Apostrophe wiedergegeben, die Nachträge zweiter Hand durch Cursivdruck kenntlich gemacht (aus Versehen sind die Worte S. 67, 30, 31 cursiv gedruckt), ein Rand-Nachtrag erster Hand auf S. 86, 41, 42 ist in eckige Klammern gesetzt. Der vollständige Abdruck des prov.-ital. Glossars von * erschien mir besonders deshalb geboten, weil der Verfasser desselben, der Schreiber von *, dazu offenbar die Wortlisten des Donat benutzt hat. Über die Zusammensetzung der Abweichungen, Verbesserungen, Änderungen und Erläuterungen, verweise ich auf SS. 92, 99, 105, 121, 132.

Dank der Freundlichkeit P. Rajna's, dem ich die Collation von D schulde, und Monacis, der mir bereitwilligst * collationirte, und kürzlich noch durch seinen Schüler Molteni eine Collation von U und B verschaffte, so wie Dank der Zuvorkommenheit Paul Meyers, welcher mir die Correcturabzüge seines Abdrucks von H übersandte, darf ich hoffen, dass meine Arbeit für weitere Studien und Besserungsversuche einen sicheren Boden gewährt. Das beigegebene Namenregister und Wortverzeichniss wird, denke ich, willkommen sein. Die ital. Übersetzung des Glossars habe ich darin zur schärferen Sonderung von der lat. in Klammern gesetzt. Falsche Formen sind fast nur verzeichnet, wo eine sichere Besserung fehlte, eine eigne deutsche Übersetzung ist nur ganz ausnahmsweise beigefügt. Ich hatte anfänglich beabsichtigt, dieser Ausgabe eine vergleichende Untersuchung über die Reime der provenz. Dichter und das Rimarium des Donat beizugeben, habe aber davon Abstand nehmen müssen, da mir die Zeit zur Bewältigung des umfangreichen Materials fehlte. Ebenso hatte ich beabsichtigt, die muthmasslich älteste nordfranzösische Grammatik, welche sich in einer Hs. des Oxforder All Souls College befindet, den Donait françois von John Barton anhangsweise zu veröffentlichen. Die erhoffte Copie desselben ist aber nicht in meine Hände gelangt.


Marburg im October 1877.


E. Stengel.




Nachträge und Besserungen zu den Abweichungen, Verbesserungen,

Änderungen, Erläuterungen S. 92 ff.

(N. E. Se omite)



Bibliothèque de l'École des Chartes I, S. 166, Grammaires provençales, S. 2.


A 1a. C 1a.


Incipit Donatus prouincialis A q'st es le donatz proensals
faitz per la raizo de trobar

Las oit partz que om troba
en gramatica troba om en uulgar
prouenchal zo es, nome, pronome, uerbe, aduerbe, particip, coniunctios, prepositios, interiectios.
Nom es apelatz per ço que significa substantia ab propria qualitat o ab comuna, e largamen totas las causas a las quals adams pauset noms poden esser noms apelladas. En nom a cinq causas, species, ge'nus, numbre, figura, cas. Species o es primitiua o es deriuatiua. Primitiuus es apelatz lo nom que es per se e no es uenguz dalqu nome ni dalqu uerbe, si cum es 'bontaz .i. bonitas'.
Deriuatius nom es aquel que uen daltre loc, si cum 'bos .i. bonus' que uen de 'bontat' que bos non pot om esser ses bontat.
(167) Genus es de cinq maneras,
masculis, feminis, neutris, comus, omnis. Masculis es aquel que aperte a las masclas causas solamen, si cum 'boz, .i. bonus mals .i. malus, fals .i. falsus'. Feminis es aquel que perte a las causas (1b) feminils solamen, si cum 'bona .i. bona, bela .i. formosa, mala .i. mala' e 'falsa .i. falsa'. Neutris es aquel quo no perte al un ni al autre, si cum 'gauç .i. gaudium' e 'bes .i. bonum'.
Mas aici no sec lo uulgars la gramatica els neutris substantius, ans se diçen aici cum se fossen masculi, si cum aici 'grans es los bes que aquest ma fait'. e 'grans es lo mals que mes uengutz de lui'. Comun sun aquelh que perten al mascle e al feme ensems, si cum sun li particip que fenissen in ans uel in ens, queu pos dire 'aquest chaual' es presans, aquesta (4) domna es presans, aquestz caual's es auinens, aquesta dona es auinens'. Mas el nominatiu plural se camia daitan que conuen a dire 'aquelh chaual' sun auinen, aquelas donas sun auinens'.
Omnis es aquel que perte al mascle e al feme e al neutri ensems, qeu pose dire 'aquest caualiers es plasens, aquesta dona es plaçens' e 'aquest bes mes plaisens'.

(168) Numbres es singulars o plurals, singulars quan parla duna causa solamen, plurals quan parla de doas o de (2a) plusors.
Figura o es simpla o conposta, simpla si cum 'coms .i. comes', conposta si cu' 'uescons .i. uicecomes' ques partz composta, zo es apostiza de 'uez' e de 'coms'.
Li cas sun seis, nominatius, genitius, datius, acusatius, uocatius, ablatius. Lo nominatius se conois per lo, si cum 'lo reis es uengutz'. Genitius per de, si cum 'aquest destriers es del rei'. Datius per a, si cum 'mena lo destrier al rei'. Accusatius per lo, si cum: 'eu uei lo rei armat'. E no se pot conosser ni triar lacusatius del nominatiu sino per zo quel

















nominatius singulars quan es masculis
uol s en la fi e li autre cas nol uolen, el nominatiu plural no uol e tuit li altre cas uolen lo enl plural.









Pero lo uocatius deu scenblar lo nominatiu en totas las ditios que fenissen in ors, et en las autras ditions queus dirai aici 'deus .i. deus, reis .i. rex, francs .i. liber uel curialis, pros .i. probus, bos .i. bonus, caualiers .i. miles, canços .i. cantio'. Et els altres locs on lo uocatius non a s en la fi si es el semblans al nominatiu (169) al menhz en silabas et en letras, que deu auer aitals e tantas cum lo nominatius trait sol s en la fi. Pero de la regla on fo dit desus quel (2b) nominatius cas no uol s en la fi quan es plural' numeri uoilh traire fors toiz los feminis, (6) que non es dit mas solamen dels masculis e dels neutris, que sun scenblan el plural per totz locs sitot ses contra gramatica.
E lai on fo dit del nominatiu singular que uol s pertot a la fi uoilh traire fors toiz aquelz que fenissen en aire, si cum 'enperaire .i. imperator, amaire .i. amator' et en eire, si cum 'peire .i. petrus, beueire .i. potator, radeire .i. qui radit barbas, tondeire .i. tonsor, pencheire .i. pictor, fencheire .i. fictor, bateire .i. percussor, foteire .i. qui frequenter concubit, prendreire .i. qui libenter accipit, teneire .i. tenax' et en ire, si cum 'traire .i. traditor, consentire .i. qui consentit, escarnire .i. derisor, escremire .i. cautus, ferire .i. cum armis percussor, gronire .i. quod frequenter grunnit', mas 'albires' uol s e 'sconssires' e 'desires'.
E deuez saber que tut aquelh queus ai dit don lo nominatius singulars fenis en aire et en eire fenissen totz lor cas singulars en dor, trait lo uocatius qe sembla lo nominatiu, si cum es dit desus.



E de la regla del nominatiu singular que uol s a la fi uoilh ancar traire fors: 'maestre .i. magister, prestre .i. presbyter, pastre .i. pastor, sener .i. dominus, melher .i. melior, peier .i. peior, sordeier .i. deterior, (170) maier .i. maior, menre .i. minor, sor .i. soror, bar .i. baro, gençer .i. pulchrior, leuger .i. leuior, greuger .i. grauior'

























et totz los aiectius neutris quan sun pausat senes sustantiu, si cum 'mal mes, (3a) greu mes, fer mes, esquiu mes, estranh mes quel aia dit mal de me'.
E uoilh en traire fors encar dels pronoms alcus, si cum 'eu .i. ego, tu .i. tu, el .i. ille, qui .i. qui. aquel .i. illi uel ille, ilh .i. ille, cel

[.i. ille], aitel [.i. ille], aquest .i. iste, nostre .i. noster, uostre .i. uester

que no uolon s en la fi, e sun del nominatiu singular.
Tres declinazos son, en nominatius cas de la premeira fenis en a, e tut li altre cas eissem', del singular deuez entendre; car el plural uolun li cas s en la fi trastut. Tut li aiectiu (8) femini dels quals lo nominatius singulars fenis en a, si cum es 'bona .i. bona, bela .i. pulchra, cointa .i. apta, gaia .i. leta' seguen aquella meesma regla. E tut aquelh de la prima declinaço sun feminini, trait: 'propheta .i. propheta, gaita [.i. speculator] esquiragaita [.i. excubie], papa .i. papa'. Pero propheta e papa no uolun s el nominatiu plural, mas en totz los autres cas lo uolun. Celh que fenissen in ans uel in ens quan saiusten ab masculi substantiu no lo uolun.
De la prima declinatio es 'sauieza .i. sapientia, cortesia .i. curialitas, dreitura .i. iustitia, mesura .i. mensura' e tut lautre que (171) fenissen en a, sion adiectiu o substantiu. E la seconda 'deus .i. deus, segner .i. dominus, maestre .i. magister' e tut li nom breumen que no uolun s el nominatiu plural et en totz los autres cas lo uolun.
De la terza sun tut li particip que fenissen in ans et in ens, e tut li nom don lo nominatius singulars el nominatius plurals fenissen in atz, e sun femini generis, si cum 'bontatz .i. bonitas, beutatz .i. pulchritudo, santatz .i. sanitas, amistatz .i. amicitia' e mout autre.









En uulgar non trop mas daquestas
tres maineras declinazos q'u ai dit desus.
Sun dautra manera nom que no se declinon, si cum es 'uers .i. uersus' ab totz sos compost


e tut li adiectiu que fenissen in os. si cum 'amoros .i. amorosus, enueios .i. inuidus' trait 'pros .i. probus' e 'bos .i. bonus'. E tuit aquel que fenissen in as larg, no se declinon nis mudon sion substantiu (subtan-tantiu) o sion adiectiu, si cum: 'nas .i. nasus, pas .i. passus, uas .i. tumulus, ras .i. rasus' e 'cortes .i. urbanus' sec aquela regla meçeisma, e 'pes .i. pondus, contrapes .i. contrapondus, siruentes .i. cantio facta uituperio alicujus, cens .i. census. encens .i. incensus, deues .i. locus defensus, mes .i. mensis, borses .i. burgensis, des [.i. discus], bles [.i. qui non potest sonare nisi c], marques .i. marchio bres .i. lignum quo aues capiuntur, gles .i. glis animal, comes [i. uocatus], escomes .i. prouocatus' e 'pres .i. captus' ab totz sos compostz.
E tuit li nom prouincial que fenissen in es, si cum 'fraces .i. francigena, angles .i. anglicus, genoes .i. genuensis, polhes .i. apulus' e tut (10) aquest sobredit fenissen in es estreit. Daquelz que fenissen in es larg, 'confes .i. confessus'. Encaras daquel (172) in as (4a) larg fenissen no se declinon 'bas .i. bassus, cas .i. casus, gras .i. pinguis, clas .i. concordia campanarum, las .i. lassus, mas [.i. mansum ubi rustici manent']. Tals es 'mescaps .i. prelium paucorum contra multos, acs. i. castrum [ciuitas], fals .i. falsus, bautz [.i. castrum], deschautz .i. discalciatus, cautz .i. pro calce, falz .i. pro falce, encautz .i. fuga, lanz .i. jactus, fars .i. farcitus, ars .i. arsus, martz .i. dies martis [uel mensis marcii], latz .i. nexus uel nodus, glatz .i. glacies, latz [.i. lectus fere], patz .i. pax, aus .i. uellus, claus .i. clausus conpost, laus .i. pro laude uel pro stagno, raus [.i. arundo], ais .i. tabula, cais .i. gena, fais .i. onus, lais .i. dulcis, cantus, tais .i. animal, brais .i. clamor auium, clauais .i. castellum, melhz .i. melius, fems .i. fimus, tems i. tempus, rems .i. ciuitas'. In ers larg 'guers [.i.strabo], dispers .i. dispersus, bezers .i. ciuitas, lumbers .i. castellum'. In ers estreit 'ders .i. euectus, aers [.i. herens], aders .i. erectus gris [.i. color], paradis [.i. paradisus], sanc damis [.i. sanctus dionisius], assis [.i. obsessus], paris .i. ciuitas uel proprium nomen uiri (viri, Paris), ris .i. risus, uis .i. uisus (visus), berbiz .i. ouis (ovis), ops .i. opus, pols [.i. pulsus], aiols .i. proprium nomen [auus] (avus, yayo), doulz .i. dulcis, poutz [.i. pultes], soutz [.i. pisces in aceto], gregors, gergons .i. [gregnonum] uulgare trutanorum,
cors .i. corpus, mors .i. morsus'.
In ors larg 'cors .i. cursus, socors .i. auxilium, ors .i. ursus, sors .i. desurgo, resors [.i. deresurgo], bis [.i. quidam color], lis [.i. leuis], alis .i. azimus], crotz .i. crux, notz .i. nux, potz .i. puteus, burcs, plus, reclus .i. reclusus, conclus [.i. conclusus, confus .i. confusus, pertus .i. foramen, dedalus .i. proprium nomen, tantalus .i. proprium nomen, us .i. usus, fus [.i. instrumentum nendi], artus [.i. proprium nomen], cerberus .i. ianitor inferni'.

E tut aquest q'u ai dit desus no se declinon nis mudon ni en singular ni en eplural e coren per totz cas egalmen


Pronomen es aici apelatz quar es en loc de propri nome pausatz, e demostra certa persona, si cum: 'eu .i. ego, tu. i. tu, el .i. ille, cel .i. ille, aicel .i. ille, aquel [.i. ille], aquest .i. iste, eu meçeismes .i. ego ipse, tu meçeis (4b) mes .i. tu ipse, el meçeismes .i. ille ipse, eu esteus [.i. ego ipse], tu esteus [.i. tu ipse], el esteus [i. ille ipse], eu eis, tu eis, el eis, meus [.i. meus], teus [.i. tuus], seus .i. suus, nostre .i. noster, uostre .i. uester' e per zo es ditz pausatz en loc de propri nome, que si eu dic 'eu sui uengutz' no mi besogna dir 'eu jacm sui uengutz' (173) 'eu uei qe tu es uengutz' nom besogna dire 'eu uei que tu peire es uengutz'. Seu dic 'aicel es uengutz' el mostri ab la man o ab loilh nom besonha dir 'ioans es uenguth'.


E per zo sun apelat pronom demostratiu quar demostren certa persona.









Las oit partz q' hom troba en
gramatica ditz hom en uulgar proensal zo es, Nomen pronomen verbu' aduerbiu' participiu' coniunctio, propositio, interiectio.
Nomen es appellatz per zo q' significa substancia ab propria qualitat, o ab com'una, e generalme't totas las causas alas cals adamus pauzet noms pron osset noms appelladas. El noms a. sinc cauzas, quall. Spe's, Genus numerus, figura, ca'us, Specias zon en doas maneiras o es primitiua, o es diriuatiua, Primitius es appellatz lo noms, qe es per se, e non es uengutz dal qu nom ni dal qu u'be si con es 'bontats' qe bons non pot hom esset senz bontat.
Genus es de sinc maneiras,
Masculinus, femininus neutrus,
co'is, omnis. Masculinus es aqel qe apertet alas masclas causas solament. si cu' 'bons. mals. Petrus, Martinus',
Femininus es aqel qe aperte alas cauzas feminils solamen, si con 'bona besta na maria'.
Neutrus es aqel qe non perten ni alun ni al altre, si con 'gaugz, e bes',





Comunis es aqel, qe perten al mascle, et al femel ensems, si cun son li adiectiu qe fenisson en
anz o en ens, si cun 'presans, auinens' qeu porse due 'aq'st caualiers es prezanz', o 'aquest caualienz es auinens', et 'aquesta do'pna es prezans (1b) et 'aquesta donna es auinens'.


Omnis es aqel qe perten al mascle, et al femel, et al neutri ensems. q'u prouest dire 'aqest caualiers es plazens, aquesta donna es plauzens. bes mes plazens'
Numerus, o es singularis, o es plurals, singulars qan parla duna causa solam'. Plurals qan parla de doas, o de plusors
Figura o es simpla o es composita Simpla si cum es 'coms'. Com posita zo es apostiça de 'ues' e de 'coms'
Li cas del nom son seis lo nominatius, el genetius el datius, el accusatius, el uocatius, el ablatius. Lo nominatius si conois per le, si cun 'le reis es uengutz' Genetius per de si cun 'aq'est destrers el del rei'. Datius per al si cun 'mena lo destrier al rei' Accusatius per lo si cun 'eu uei lo rei armat' e no se pot conoiser ni triar lacusatius del nominatiu, si non per zo q'
Laccusatius uol lo u'be de nan se el nominatius uol lo v'be deter se, si con 'Joans ama Martin', per qe Martin es cas accusatius (.) Et ancara se por conoiser l'accusatius del nominatiu per zo qel nominatius fa e, laccusatius soste, si cun 'Petre fer martin' petre per zo qel fer zo es qel fa el nominatius cas. & martin per zo, qel soffre qe petre lo bata es accusatius cas.

Et sum es est uol nominatiu cas & de nanse (denan se), et de ret se, si con 'arpulins es bos homs', E deues saber (2a) qel nominatius singularis cait el masculins, si comes 'auzels', o neutris si comes 'castels'. e'bes'. e 'gauges' uol .s. en bast eb autte cas no uolun. El nominatiu's plurals no uol s. en lafi e au't li autre cas uolon lo em plural. e tuit li femenin, qe fenissen en a non uolon .s. el singular, e son endeclinabel zo es, qe non se declinon, car finissen tuit li cas en a en lo singular. mas en lo plural uolun .s. per totz los cas en la fi, e finissen tuit en as,
Et deues
saber qe cacscu'l uocatius es sembla's al seu nominatiu

















el ai on fon
dit del nominatiu singular qe uol. s. per totz a la fi uoil traue fors totz a qels qe finissen en aire, si cum 'emperaire amaire'. & en eire si cun 'peire beuerze'.





& en ire si
cun 'traue'. qe non uolon .s. el nominatiu singular


Mas 'albires' uol .s. & 'confiteres' et 'desires', e tuit a q'l q'us ai dit q' fenissen en aire, et eire. li cun 'peire, beueire', et en ire fenissen totz lor cas singulars en dor, si cun 'amaire amador' trait lo uocatiu, qe sembla nominatiu, si con es dig de fus, El nominatiu plural fa' tuit en dor. si con 'li amador', et en totz los autres cas en dors, si cun 'deis amadors all'amadors' E de la re gfa del nominatiu singular q'uol .s. ala fi uol en car traire fors 'maistre, pestre, paistre'
et 'tigner, meillier, peier,
sordeier
maier, sebren
(2b) Genser leuger, grençer', qe podon haber .s. alafin et podon esser sens .s. Et deuetz saber qe tuit li nom son o aiectiui, o sustantiu, e tuit a qil q' per se

solam' non se podon entefidre (entendre), ni non portan complida sententia son aiectiu. si con 'bons mals pros ualens' non se pot entendre de cui el aissi non portairan dreira (dreita) sentencia mas si eu dic 'martins es ualens caualiers, o 'Joans es pros', adons es complida sentenza per a qel nom zo es martins, et per aq'l nom zo es Joans q' son substantiu, Et per zo son dit adiectiu. zo es a iustantiu, car a' iustan las soas signifiazons ab lor sustatiuis, E tuit aqill nom, qe per se solam portan perfetta sentenza, e qe se podon entendre per se son substantiu, si con es 'petre na maria homs do'pna', et per son dit substantiu. car per se solam' podon star, e portan perfetta sentenza, en construction
Et deuetz saber. qe tuit li adiectiu qan son pauzat sens substatiu (substantiu), non uolon .s. en la fin, si cun 'bos mes emparar estrainmes parut daisi, greu mes car peire non ania pueil eu lam tan fina mens.





En cara deuetz saber qel noms ha tres declinazons etuit aqilli nom, qe finissen el nominatiu singular en a




si cun 'do'pna bella



gaia, gaira p'pa proph'a' tuit son de la prima declinazon,
mas prop'ha,
et papa non uolon .s. el nominatiu plural et en totz los autres (3a) cas lo uolon







Della segonda declinazon es 'deus segner maestre', e tuit li nom breumen q'. non uolon s. el nominatiu plural, et en totz los autres cas lo uolon
Della 3a declinazon son tuit li nom eli particip, qe finissen el nominatiu singular en ans, et en ens si cun 'p'zans, amans anines, ualens', et tuit li nom qe finisson in atz sun feminini, si cun 'bontz amistatz', qel nominatiu, el uocatiu fa't en az el singular. el plural eissameri (eissamen) fan en az & mo' deditio ni se mundant
Aqil qe finissen en uz si con es 'faluz & uenguz' fan lo nominatiu, el uocatiu en uz. totz los autres cas en ut in singular el plural fan lo nominatiu el uocatiu i' ut los autres cas en uz
En uulgar non trob mais senon a qestas tres maneiras de declinazons q'us ai dit desus
Son dautras maneiras de noms q' non se declinon. sicon es 'uers' ab totz sos compotz, si con 'peruers. deuers enuers. reuers. aduers. conuers, trauers'
Etuit li adiectiu qe finissen en .s. si com 'amoros enueios. Trait 'pros e bos'. qe se declinon, Et non se declinon ni se mudon, tuit aqil, qe finissen en as
si on adiectiu, o sustantiu. si cun 'nas .i. natus. pas .i. passus uas .i. tumulus ras .i. rasus'
E 'cortes' sec aqella regola mezeisma, et 'apes .i. pondus
(3b) contra pes. siruentes

cens .i. census encens .i. incensus defes .i. defensus mes .i. mensis. borses des .i. decus bles .i. q'i non pot' sonare
q'i arqes. bres .i. lignu', quo capiuntur aues, bles .i. glis animal comes .i. uocatus est comes .i. prouocatus pres .i. captus'. ab totz sos compotz si con 'empres. apres. repres. compres. sorpres. sotz pres'. et tuit li nom prouensal .i. q' deriuantur a prouincijs, qe finissen in es si con 'frances englos genoes, eloges'









En cara non se declinon 'baus .i. castrum fals. aes .i. ciuitas des caum z i. uilis fuga fals
pro falce lanz .i. raccus farez .i. farsura ars .i. arsus marez. i. mensis uel dies martis. latet .i. nodus. glas .i. glacies. latz .i. lectus. fere partl .i. pax aus .i. uellus. claus .i. clausus Laus .i. pro laude et pro stag'o. Raues .i. raucus ais .i. tabula E ais .i. gena fais .i. honus lais .i. dulcis canticus. tais .i. animal, brais .i. clamor auium clauais .i. castellu' meils .i. melius, fenis .i. fumus temps .i. tempus. tenis .i. ciuitas' iners i largz. 'buers .i. strabo, uel guerzus desper .i. dispersus. berz ers .i. ciuitas. lumbers .i. castellu' iners .i. estreit. 'aers .i. erens ders. arders. .i. erectus. bris paradis.
sandanis assis .i. assettatz .i. obsessus. paris .i. ciuitas, et propriu' nomen uiri. ris .i. risus uis .i. uisus uel facies. berbis .i. ouis. obs. pols .i. pullis. aiols .i. proprium nomen douç .i. dauç .i. dulcis pouç .i. pultes esca de farina'

'Gergonz .i. uulgare trutannor' 'Cors' pro corpore est indeclinabile, 'cors' pro corde facit in (4a) nominatiuo, et uocatiuo in or. in reliquis in ors 'Cors .i. corpus. mors .i. morsus. bis .i. quidam color, lis .i. lenis & alis .i. azimus. Curs .i. cursus, secors. i. auxiliu'. ors .i. ursus. Recors Eroz .i. crux notz .i. nux potz. .i. puteus Plus, reclus. conclus. confus. pertus .i. foramen. dedalus .i. propriu' nomen uiri, tantalus .i. propriu' nomen us .i. sus. fus est instrume'tu' quodda'. artus .i. propriu' nomen celer .i. ianitor inferni'.
Et tuit aquist qeu ai dit de sus non se declinon. zo es non se uarian ne se mudon ni en singular, ni en plural. mas corron per totz cas singulars e plurals en galmen
Pronoms es appellatz car es en luec de propri nom pauzatz. et demostra certa persona si cun
eu tu cel. el
aicel. aqel
aq'st. qui
il. Eumez eimes .i. ego ipse. tu mezeimes .i. tu ipse el mete ismes .i. ille ipse.

Meus. teus. seus .i. suus n'r. u'r'.

Et per zo es ditz e pausatz en luec de proprinom. qe si eu dit 'eu sui uengutz' nomi besoigna dir 'eu nuqz sui uengutz' 'eu es uengutz' nomi besoigna der. 'tu peire es uengutz'. seu dic 'aicel es uengutz' el mostri ablaman o ab loill nom besoigna dir. 'lo hanz es uenguz'
E per zo son appelat pronom. demostratiui car de mostran certa persona E deues saber qe tuit aqiste pronom. si cu' es 'eu. tu el q'i. a qel. il. cel. aicel aq'st. nostre u're. no uolon .s. alafi (4b) en lo singular E deuetz saber aq'st pronoms 'eu' es de prima persona. & aissi si declina. N'to eu Genet'o. de me D'to ame. Acc'to m. Vocatiuo non a car nuls non clama semeteus Ablatiuo a me
Et plurl'r Nom'o. nos, et aissi per totz los cas plurals. si cu' de nos. a nos. nos. ab nos
E deuetz saber qe a qest pronoms 'tu' es de la segunda persona, et aissi declina

Not'o Tu gt'o de te Datiuo a te, Accusatiuo te Voc'o. o tu ablatiuo a te, et plural'r nom'o. uos, et aissi per totz los cas plurals si cun de uos a uos, uos o uos ab uos Et deues saber qe tuit li pronom della terza persona trait 'eu', qe es de la prima et 'tu' qe es de la segonda, si cun es ditz de sus et tuit li uocatiui. qe tuit li uocatiui son de La segonda persona. si cun 'o arpulins danza' uezetz cun a qel arpulins, qe es uocatius. car es de la segonda persona sa iusta ab aqel uerbe. zo es danza qe es dela segonda persona

Nt'o el. Gt'o delui. Datiuo a lui, Accus', lo Voc'. no' a. car es demonstratius de la terza persona & al si non pot auer uocatiu. car lo uocatius es de la segonda persona si cu' es dig desus. Ab'to ablui. et plurl'r n'to ili. Gt'o dels. Dat'o aels. Act'o los Ab'to abels
Eissam' declino a qel. cel. aicel. astier. q' fan. en l'accusatiu si cun (5a) els auttels cas. zo es Genetiu. datiu, et ablatiu

E a q'st pronom si cun 'nostre uostre', sun endeclinabel el singular. et en lo plural fan si cun li autre adiectiu nom, car en lo nominatiu plural no' uol s. ni en lo uocatiu & en totz los autres lo uolon. si cun plral' Nom'o li nostre. Gen'o. dels nostres Dat'o. als nostres. A qesti 'meus. teus. seus'. se guen a qella metesma regola dels noms. car. en lo uocatiu singular uolon s. & en los autres cas singulars no' Lo uolon, et en lo nominatiu

plural non lo uolon et en totz los autres cas lo uolon

Sequitur de Verbo


(12) Uerbes es apelatz, quar es cu' modis et formis et temporibus e significa alcuna causa far o suffrir, si cum 'eu bate
eu sui
batutz eu sofre alcuna causa.

Verbs es appellatz. car es cu' maneiras, et formas et tempus, e significa alcuna causa fa o sufrir si cun 'cu bate martin'. seu bate eu faz alcuna causa, seu Martis es batutz el sufre alcuna causa … (10a) ...

Modi Verborum


Cinc sun li modi dels uerbes, endicatius, imperatius, optatius, coniunctius, infinitius. Endicatius es apelatz, quar demostra lo faiç
que om fai, si cum es 'eu chant, eu escriu'.
Imperatius es aquel que om comanda, si cum es: 'aporta pan, aporta uin'. Obtatius es quar desira (5a), si cum: 'eu uolria amar'. Coniunctius es quar aiusta doas raços ensens, si cum en aquest loc 'cum eu amei fortmen, torz es si no sui amatz'.

Infinitius es apelatz, quar no pausa terme ni fi a zo qe ditz, si cum: 'eu uoilh amar".
(174) E chascun dels .v. modi queu ai dit desus deu auer cinc tems, presen, preterit non perfeit, preterit perfeit, preterit plus qe perfeit e futur.
Quatre coniugaços sun.
Tut aquelh uerbe, linfinitius dels quals fenis en ar, si cum 'amar .i. amare, chantar .i. cantare, ensenar .i. docere' sun de la prima coniugaço.
De lautras tres coniugaços sun tan confus linfinitiu en uulgar que couen a laissar la gramatica e donar autra regla nouella. Per que platz a mi que aquel uerbe que lor infinitiu fan fenir in er, si cum es 'auer .i. habere, tener .i. tenere, deuer .i. debere' sion de la segonda coniugazo, aquelh que fenissen in ire, et aquel que fenissen in endre, si cum 'dire .i. dicere, escrire .i. scribere, tendre .i. tendere, contendre .i. contendere, defendre .i. defendere' sion tuit de la terza, aquelh que fenissen in ir, si cum 'sentir .i. sentire, (5b) dormir .i. dormire, auchir .i. audire' de la quarta.
Lo presens tems del indicatiu de la prima coniugaço se dobla en la prima persona, que pos dir 'ami', o pos dir 'am', 'chanti o chan, plori o plor, soni o so, brami o bram, badalhi o badalh'. La segonda persona in as fenis, si cum 'tu amas', la terza in a, si
cum 'cel ama'. Aici fenisen las tres personas el singular del tems presen del indicatiu et el plural
'nos amam, (14)
uos amatz, celh
amen o amon',
et aicho es generals regla que la terza persona del (175) plural se dobla per toz uerbes e per totz tems, que pot fenir o in en o in on, e la prima persona dobla se en totz uerbes el tems presen del indicatiu solamen, si cum 'eu senti .i. ego sentio o eu sens, eu dizi [.i. ego dico] o eu dic'. Mas mielhz es a dir lo plus cort quel plus long.
El preterit non perfeit del indicatiu 'amaua, uas, ua, amauam, amauatz, auen o amauon'.


El preterit perfeit 'amei, est, et, amen, ez, eren uel ameron.





El preterit plus que perfeit 'eu auia amat, ias amat, ia (6a) amat, iam at, iaz at, ien uel ion at'.

Li Modi del uerbs son cinc,
Indicatiuus. Imperatius optatius, coniunctius. Infinitius. Indicatius es appellatz car demostra lo fait q' hom fa. si cun 'eu ta't escriu' o qe demanda si cu' 'qe fas tu mamas tu .o. qe fas tu' Imperatius es aqel qe comanda si con es 'aporta pan aporta vin'. Optatius es qar desira si cun es 'eu uolria amar'. Coniunctius es car aiusta doas razons ensems. si cun en a qest loc 'cu' eu ame fortm' et tortz si no soi amatz' e car uol totas ues un autre uerb ab lui car non pot star per se sol. Infinitius es appellatz car no' pauza t'me ni fin a zo q' ditz si cu' 'eu uoilh amar'. El quascu dels cinc. moz. q' ai dig. de sus deu au' .v. tempus. zo es p'zent preterit no' perfeit preterit perfeit. preterit plusq' perfeit. et futur. Li uerbi o son de la prima coniugazon, o de la segonda, o de la terza (10b) o de la quarta Tuit li uerb. linfinitiu del cas finissen en ar. si cun 'amar, cantar. ensenhar'. son de la prima coniugazon.

En sun tan
confus. Linfinitiu e' uulgar, qe conuen a laissar la gramatica, e donar autra regla nouella perqe plaza me. aqell. uerb. qe lor infinitiu fan fenir en er. si cun es 'auer. tener, deuer'. sion de la segonda coniugazon. aqill. qe finisson en ire si cun 'dire', et aqelle qe finissen en endre si cu' 'tendre. contendre. defendre'. et in iure si cu' 'uiure'. 'scriure' sion tuit de la terza coniugazon et a qell qe finissen en ir si cu' 'sentir, dormir' sion de la quarta coniugazon.



lo p'zens tempus del indiaziu de la prima coniugazon se dobla en la prima persona qeu pos dir 'eu ami o eu am .i. ego amo. eu canti o eu can .i. ego canto' La seconda persona fenis. en as si cun 'tu amas .i. tu amas' la terza i' a si cun 'cel ama .i. ille amat' Aissi femilen las tres personas en singular del temps p'zent del indicatiu (.)
El pl'al finis la prima persona in. am si cu' 'nos amam .i. nos amamus' in atz si cu' 'uos amatz .i. uos amatis' La terza in en o in on '.i. illi amant'.
et aisso (11a) es generals regla qe' la terza persona del plural se dobla per totz uerbs, et per totz temps q' pot o in en o in on Et la prima persona dobla se en totz uerbs el temps p'zent dell. indicatiu solamen si cu' 'eu senti o eu fei eu diçi, o eu dic', uras meils es ader lo plus cort qua' plus lane. El p'terit non perfeit zo es non complit. 'ego amaba' .i. eu amaua. tu amauas .i. tu amabas. cel amaua .i. ille amabat' Et plural'r 'nos amauam .i. nos amabamus uos amauatz .i. uos amabatis ill. amauen o amauon .i. illi amabant' El preterit perfeit zo es complit 'eu amei .i. ego amaui. tu amest .i. tu amauisti. cel. amet .i. ille amauit'. Et plural'r 'nos amem .i. nos amauimus uos ametz .i. uos amauistis. ill. ameren o amaron .i. illi amaueru't. uel amauere'.
El preterit plus qua' perfeit. 'eu auia amat .i. ego amaueram tu auias amat .i. tu amaueras.


(N. E. Continuará, estoy en ello)